Geboren und aufgewachsen in Würselen bei Aachen, hat es mich um Ostern 1993 herum zu einer Gruppenleiter-Ausbildung nach Haltern auf den Annaberg geführt. Vielleicht auch beeinflusst durch das exzellente Seminar - in dem ich viele spätere Freunde kennenlernte - aber auch durch die besondere Atmosphäre, habe ich von diesem Moment an Haltern einen besonderen Platz in meinem Herzen eingeräumt.

Das Erste Ja!

2004 - zum Ende eines 2-jährigen Ausbildungsprogramms trat ich meine Arbeitsstelle im nördlichen Ruhrgebiet an. Wo sollte ich nun wohnen, wohin sollte ich umziehen? Na klar: Es wurde Haltern am See!

Das Zweite Ja!

2013 - ich wohnte zwischen- und kurzzeitig mit meiner damaligen Freundin und heutigen Frau in Datteln - wollten wir ein gemeinsames Haus bauen. Wir haben nicht wirklich lange in anderen Städten nach geeigneten Bauplätzen gesucht. Unser Filter bei den einschlägigen Internet-Immobilienvermittlern stand von Anfang an auf Haltern am See. Und so haben wir Ende 2013 in Lavesum gebaut. (Kleine Anekdote: Da wir wussten, dass wir Halterner werden würden, haben wir uns unser Ja-Wort, obwohl wir noch in Datteln wohnten, bereits in Haltern gegeben)

Das Dritte Ja!

Als meine Partei mich im November fragte, ob ich als Bürgermeister-Kandidat antreten möchte, gab es für mich kein langes Überlegen. Natürlich mussten viele Dinge geklärt werden, aber das Ziel dieser Klärungen war für mich von Anfang an klar:

Ich möchte Ihr Bürgermeister werden!

Hinter die Dinge sehen, zum Verstehen und Verbessern!

Schon früh wollte ich hinter die Dinge sehen: Wie funktioniert ein Radio, wie funktioniert ein Computer? Und wie kann man sie verbessern? So baute ich schon früh eine Kopfhörer-Buchse in mein Radio ein oder einen Resetknopf in meinen C64. Aus dieser Neugier heraus wurde ich zunächst Betriebselektriker, mit einem kleinen Intermezzo als Bergmann im Braunkohlebergbau und studierte schlussendlich Elektrotechnik.

Später als Instandhaltungsingenieur durfte ich schließlich wieder tüftelnd die beste Lösung auf die tagtäglichen Störungen und Betriebsausfälle entwickeln. Und wir wissen alle was die besten Lösungen sind: Sie dürfen kein Geld kosten und müssen lange halten.

Nach den fast acht Jahren in der praktischen Instandhaltung, in denen ich am Ende Leiter der elektrotechnischen Instandsetzung war, habe ich mich dann der größeren Herausforderung gewidmet: Zu verstehen wie Instandhaltungsorganisation arbeitet und wie man sie und die Arbeitsprozesse gestalten muss. Ich wurde LEAN Management Berater und einer von vier Projektleitern in einem unternehmensweiten, internationalen Effizienzsteigerungsprogramm.

Die größte Herausforderung bestand hierbei insbesondere darin, Menschen zu motivieren, ihre liebgewonnenen Arbeitsweisen kritisch zu hinterfragen. Und wer macht das schon gerne? Bedeutet es doch eine zusätzliche Anstrengung und oftmals sind die Erkenntnisse unangenehm. Ich habe jedenfalls in diesem Projekt eine große Portion über Menschenführung gelernt, die weit über sogenannte Personal-Seminare hinaus geht.

Man kann Veränderungen nur gemeinsam mit den Menschen erreichen, die sie betreffen. Niemals gegen Sie!

Da ich ein großer Feind von "Herrschaftswissen" bin und auch mein Wissen nicht für mich zu behalten will und werde, habe ich meine Erfahrungen aus dem Projekt, gemeinsam mit einem Kollegen in einem Buch veröffentlicht. "Lean Maintenance: A Practical, Step-By-Step Guide for Increasing Efficiency".

Nach Beendigung dieses Projektes zog es mich wieder in die praktische Instandhaltung und getreu meiner Maxime nicht nur reden, sondern auch tun. Ich durfte als Projektleiter eines millionen Euro schweren Ertüchtigungsprojekts meine Methoden auch selber wieder in der Praxis anwenden.

Und nun bin ich seit fast vier Jahren in der Zentrale meines Arbeitgebers und helfe hier, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Diese Aufgabe führt mich zum einen als Unternehmensberater hinaus zu unseren Kunden. Zum anderen helfe ich auch, unsere eigenen Werke weiterzuentwickeln.

35 Jahre Pfadfinderei haben mich geprägt.

In den 35 Jahren, in denen ich Mitglied der Georgs-Pfadfinder (DPSG) war, habe ich viel über mich und unsere Welt gelernt. Angefangen als Wölfling bis hin zum Mitglied der Diözesanleitung habe ich dabei viele spannende Menschen kennengelernt und erfahren, wie wichtig eine starke Gemeinschaft und wie wichtig jeder einzelne darin ist. Und als Gruppenleiter-Ausbilder habe ich versucht, den nachfolgenden Generationen mein Wissen und meine Haltung zu vermitteln.

Meine persönlichen Werte, nach denen ich auch heute noch mein Leben ausrichte, werden immer noch am schönsten durch die alten "Grundlinien unserer Lebensauffassung" der DPSG zum Ausdruck gebracht:

Leben in Hoffnung

„Wir wagen den Aufbruch in ein neues Leben, indem wir uns gegenseitig etwas zutrauen und nicht jeder nur für sich handelt.“

Leben in Freiheit

„Wir wollen Menschen sein, die reden, was sie denken und tun, was sie sagen. Dabei fordern wir von uns vor großen Aufgaben und in schwierigen Situationen den Mut zum Risiko.“

Leben in Wahrheit

„Wir gehen den Dingen und Meinungen auf den Grund und gewinnen so unseren Standpunkt. Wir wollen Menschen sein, auf die man sich verlassen kann.“

Leben in tätiger Solidarität

„Wir erkennen in jedem Menschen unsere Schwester oder unseren Bruder. Wo wir leben, halten wir die Augen offen für Unterdrückung und Benachteiligung.“

Mein liebstes Hobby ist das Segeln! Allerdings hat mich meine Leidenschaft im Laufe der Zeit weg von unserem Stausee hinaus auf das Meer geweht, wo ich vor allem Gefallen am Segeln auf Traditionsschiffen fand. Auf der "Alexander von Humboldt" – dem schönen, grünen Schiff aus der Bierwerbung - brachte ich es im Laufe der Zeit zum Wachführer.

Anders als beim Jollen-Segeln, wo man weitestgehend alleine oder mit nur wenigen Freunden unterwegs ist, segelt man dort mit einer Mannschaft von bis zu 65 Personen. Da ist echtes Teamwork gefragt. Als Wachführer war es dabei meine Aufgabe, aus der zu Beginn der Reise bunt zusammengewürfelten Wach-Gruppe von etwa 15 Personen ein echtes Team zu formen, das Hand-in-Hand zusammenarbeitet.

Als Wachführer ist man einer der erfahrensten Seeleute an Bord und kann doch nicht alles wissen. Denn dafür reichen die Urlaubstage, die man für dieses Hobby aufbringen kann, einfach nicht aus. Daher war es für mich das Wichtigste, eine mitdenkende Mannschaft zu schaffen. Ich animierte mein Team, eigene Ideen zu entwickeln und vorzubringen. Ich verstand meine Aufgabe darin, sicherzustellen, dass die Sicherheit des Schiffs und der gesamten Mannschaft an Bord nicht gefährdet war. Alles andere probierten wir aus.

Auf meiner Atlantiküberquerung führte das dazu, dass einer meiner Matrosen herausgefunden hat, dass die Reservesegel ein paar Quadratmeter größer als die Originalsegel waren. Er schlug vor, das Großsegel zu wechseln. Also taten wir dies, auch wenn das – zumal bei Seegang auf dem Atlantik – eine anstrengende Arbeit war. Später schlug ein anderer vor, angesichts des schwachen Windes, die Taue und Leinen etwas anders zu führen. Die Segel konnten so noch ein bisschen besser angeströmt werden. Zwar mussten wir dazu das Lager des Bootsmanns plündern und uns Vorrichtungen bauen, dennoch taten wir dies.

"Führung und Lernen sind für einander unerlässlich."
John F. Kennedy

Es ist leicht nachvollziehbar, dass ich über die Zeit zunehmend „kritische“ Sprüche von meinen beiden Wachführer-Kollegen einstecken musste, weil sie erst mal wieder aus meinem „Chaos“, wie sie es nannten, ein „Schiff“ machen mussten. Was sie dabei aber übersahen, war, dass wir erstens schon nach wenigen Seetagen des Experimentierens durchweg schneller unterwegs waren als die beiden anderen Wachgruppen und zweitens meine Wachmannschaft subjektiv glücklicher war. Jeder fühlte sich wertgeschätzt und wir alle haben viel über das Segeln gelernt, denn auch das darf man nicht vergessen: Nicht alle Ideen funktionierten - und das war für uns auch OK. Die dummen Sprüche waren mir das jedenfalls mehr als wert!

PS: Erst viel später stellte ich fest, dass mein „Führungsprinzip“ bereits als „Intend based Leadership“ bekannt war. Bezeichnenderweise entwickelt von einen Kapitän der US Navy.

Groß geworden in einem sozial-demokratischen Haushalt — der damalige SPD-Bürgermeister meiner Heimatstadt war ein Freund der Familie — habe ich von dem Aufstiegsversprechen, für das die SPD mal stand, profitiert: Mit 16 die Realschule zu verlassen heißt schon lange nicht mehr, dass man nur auf eine gewerbliche Berufslaufbahn festgelegt ist.

So habe ich nach meiner Ausbildung zunächst als Bergmann, später dann in meinem Lehrberuf als Energieelektroniker gearbeitet, um dann noch später über den zweiten Bildungsweg zu studieren. In meinem Lehrbetrieb war die Elektroabteilung so groß, dass ich den Betriebsleiter nur aus der Ferne vom Sehen her kannte. Gesprochen habe ich mit ihm nie. Schon bei meiner ersten Anstellung als Elektroingenieur wurde ich schnell selber stellvertretender Betriebsleiter. Aufstiegsversprechen eingelöst — und so hätte ich Mitte der 1990er nie gedacht, dass ich schon wenig später Mitglied in der FDP werden könnte.

Erst unter Bundeskanzler Gerhard Schröder bahnte sich bei mir ein Umdenken an. Herr Schröder proklamierte für sich, die „Neue Mitte“ zu sein, was mich über den Begriff der „politischen Mitte“ nachdenken ließ, denn hier fühle ich mich zu Hause. Aber schon damals traute ich intuitiv dem Braten nicht. Statt auf die neue Mitte der SPD zu vertrauen, setzte ich lieber auf die alte Mitte — ich wurde Mitglied der Freien Demokraten.

Schon kurze Zeit später gaben mir die beginnenden SPD-internen Querelen, die mit der Umsetzung der Agenda 2010 begannen und bis heute andauern, Recht.

Heute ist das Aufstiegsversprechen nur noch bei der FDP zu finden.

„Aufstieg durch Bildung“ und „Chancengerechtigkeit“ sind liberale Versprechen, die mir als Arbeiterkind Mut gemacht haben.

Und dennoch: Bildungserfolg hängt in Deutschland immer noch stärker als in anderen Industrienationen von der Herkunft ab. Die Freien Demokraten in der nordrhein-westfälischen Landesregierung investieren in Kitas und frühkindliche Bildung, und zwar mehr als in allen anderen Bereichen. Und bauen gleichzeitig Leuchttürme für Chancengerechtigkeit gerade in die Stadtteile mit den größten sozialen Herausforderungen, nämlich besser ausgestattete „Talentschulen“ mit mehr Lehrern, mehr Sozialarbeitern und besonders guter Ausstattung.

Die Lebensläufe der Menschen sind heute sehr viel bunter und flexibler als noch vor 20 oder 30 Jahren. Aber warum gibt es in Deutschland kein Midlife-Bafög? Viele denken beim Stichwort Bildung nicht an Menschen mit 30, 40 oder 50 Jahren. Aber der digitale Wandel macht es nötig, dass wir immer weiter lernen und politisch ein zweites Bildungssystem für das ganze Leben bauen, damit alle auf der Höhe der Zeit bleiben können.

Ich finde, dass die FDP hier aber auch in vielen anderen Lebensbereichen Lösungen für die Mitte der Gesellschaft anbietet, die das Aufstiegsversprechen der alten SPD erneuern und gleichzeitig die Menschen in der Mitte der Gesellschaft vor einem sozialen Abstieg schützen können.

Und dabei ist das kein Zufall oder gar eine politische Masche der FDP: Liberalismus hat immer das Individuum und seine Stärkung im Blick. Liberalismus verspricht kein Glück, aber eine Politik, die Glück ermöglicht. Chancengerechtigkeit - egal aus welchem Milieu die Menschen kommen. Bildung in allen Lebenslagen, um sein Glück zu finden.

Ich finde: Mehr kann Politik nicht versprechen, wenn sie glaubwürdig sein möchte. Alles andere wäre aus meiner Sicht unseriös.

Daher habe ich meinen politischen Wechsel nie bereut.

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